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Im Jahr 1963 wurde die Idee geboren einen Fanfarenzug in der Pfaffengrunder Karnevals Gesellschaft zu gründen.
Die Idee kam von Christel Ortner, die eine alte Fanfare ergattert hatte und dieser zum Erstaunen aller auch einige Töne entlocken konnte. Ursprünglich sollte ein reiner Frauenfanfarenzug gegründet werden, doch hier fehlte es nicht nur an Luft, sondern auch an Instrumenten und somit an Geld. Doch der Gedanke war geboren und nun versuchte man an allen möglichen Stellen Fanfaren zu ergattern. Letztendlich kam der Musikverein Pfaffengrund zu Hilfe, denn er überlies der PKG einige Fanfaren, die dann letztendlich sehr günstig gekauft werden konnten. Durch Spenden von Geschäftsleuten, Mitgliedern und etlichen anderen konnten dann noch einige Instrumente dazugekauft werden. Jetzt hatte man fast alles, nur der Übungsleiter fehlte! Auch hier bekam man Unterstützung vom Musikverein Pfaffengrund - Dieter Bauer entlockte den Jungs und Mädels die ersten Töne auf ihren Instrumenten, er wurde dann von Peter Schwan abgelöst. Die technische Leitung übernahm Hans Joachim Neumann.

Nachdem der erste Auftritt in dunkler Hose und weißem Hemd stattfand, stieg man auf rote Pullover um. Der damalige Sitzungspräsident Friedel Eschwey hatte die Idee, eine Uniform in den Vereinsfarben rot, grün und gelb zu schaffen. Dies fand bei allen Anklang, und unter der Führung von Hans-Joachim Neumann wurde die erste Uniform geschaffen und Dank seiner Leitung erlebte der Fanfarenzug der PKG den ersten Aufschwung.

Nach dem Ausscheiden von Peter Schwan und Hans-Joachim Neumann wechselten die Übungsleiter immer häufiger, der Zug verkleinerte sich und nach Rainer Roth trat Winfried Emrich ein schweres Amt an. In seiner Person waren die musikalische und die technische Leitung vereinigt. Neben "Winni" trat Wolfgang Klöppinger immer mehr in den Vordergrund. Im Jahr 1978 übernahm dieser, der schon ab dem ersten Tag beim Fanfarenzug dabei war, die technische Leitung.

Durch einen glücklichen Zufall lernte Wolfgang Klöppinger, Heino Schenkel kennen. Dieser aus Frankfurt stammende Mann war zur Umschulung in Heidelberg und ein Fanfarler aus Überzeugung. In seiner Heimatstadt leitete er selbst einen Fanfarenzug und stellte sich während seiner Umschulung der PKG zur Verfügung. Er hat durch neue Impulse den Grundstock für den Musikzug gelegt. Als erstes musste aber der Vorstand davon überzeugt werden, dass neue Instrumente benötigt wurden, was nach zähem Ringen auch geschah. Das musikalische Repertoire wurde mit dem Einstudieren neuer Stücke vergrößert und auch der Aufschwung war plötzlich wieder da. 

In den 80er Jahren wurde der Gedanke laut, dem Musikzug eine Majorettes-Gruppe anzugliedern, was letztendlich auch gelang. Schon ab dem ersten gemeinsamen Auftritt, war diese Mädchengruppe vom Fanfarenzug nicht mehr wegzudenken. Diese Mädchen dürfen das Recht in Anspruch nehmen, die ersten Majorettes Heidelbergs gewesen zu sein.

So wie die Leiter, bzw. Ausbilder wechselten, wechselte auch der Name des Fanfarenzuges. Begonnen hatte alles mit dem "Fanfarenzug der PKG", das 20 jährige Bestehen im Jahr 1983 wurde dann bereits als "Heidelberger Fanfarencorps" gefeiert. Ebenfalls im Jahr 1983 kam Werner Michel, der Musik studiert hatte, als musikalischer Leiter zu uns. Er leitete uns nicht nur lange Jahre, sondern schrieb auch alle Stücke selbst.

Im Jahr 1990 setzte Wolfgang Klöppinger dann durch, dass das "Heidelberger Fanfarencorps" zum "Heidelberger Musikzug" wurde, denn mittlerweile hatten wir uns musikalisch weitergebildet und spielten modernere Stücke.

2002 verabschiedete sich nach fast 20 Jahren Leitung Werner Michel in seinen wohlverdienten Ruhestand und die Frage stellte sich, wer die Stelle würdig vertreten könnte. Uns blieb erst mal nichts anderes übrig, als die Leitung selbst in die Hand zu nehmen, und uns mit dem alten Repertoire über Wasser zu halten. Soweit lief auch alles recht gut, aber es war schnell klar, das es auf Dauer so nicht weiter gehen konnte. Doch eins war uns gewiss: der "Heidelberger Musikzug" würde unter der Leitung von unserem Wolfgang einen Weg finden!

Im Sommer 2003 war unser Problem dann gelöst. Ein ehemaliger Mitspieler, der von Anfang an und für viele Jahre selbst im Musikzug mitgespielt hatte, dann aber den Verein verlies, konnte wieder zurückgewonnen werden - Volker Scholl. Er übernahm die musikalische Leitung und brachte zudem eine wieder andere, modernere Richtung in den "Heidelberger Musikzug". Anfangs hatten wir alle unsere Schwierigkeiten und oft mit dem Gedanken zu kämpfen: "Oh Gott, das lern ich nie!", aber Volker hatte es drauf uns immer wieder Mut zu machen, sodass sich letztendlich jeder selbst dahinter klemmte um endlich weiter zu kommen. Die ersten Monate waren hart, aber bereits im November hatten wir einen Auftritt, indem wir Teile unseres neuen Programms vorstellten. Jeder hatte Zweifel und war aufgeregt als ob es der ersten Auftritt wäre. Der Applaus des Publikums und der Zuspruch den wir hinterher bekamen, lies auch den letzten Zweifel schwinden. Ab diesem Tag war klar, dass wir auf dem richtigen Weg waren.

Das war aber nicht die einzige Neuerung im Jahr 2003, das ja zudem unser 40 jähriges Jubiläum bildete. Quasi zum Geburtstag und wieder mal nach langen Diskussionen war nach 40 Jahren unter Federführung von Wolfgang Klöppinger unsere neue Uniform geboren!

Da ja alles aber immer etwas länger dauert wie man es gerne hätte mussten wir dann noch einige Zeit darauf warten, bis wir sie dann am 19.06.2004 zum ersten Mal tragen konnten. Auch hier wurden die letzten Zweifel beim ersten Auftritt beseitigt. Natürlich gab es nicht nur positive Reaktionen, da die Geschmäcker bekanntlich verschieden sind, und auch jedem bekannt ist, dass es immer irgendwo Neider gibt, aber im Großen und Ganzen können wir mit unserer derzeitigen Leistung wirklich mehr als zufrieden sein.

Was natürlich nicht heißt, dass wir uns jetzt ausruhen! Nein, im Gegenteil. Jetzt wissen wir 100% auf dem richtigen Weg zu sein, und werden nun alles dafür geben, diesen auch weiterhin zu verfolgen.

Und schnell merkten wir, dass wir uns nicht ausruhen können und Volker Scholl ist immer wieder sehr bemüht neue Stücke einzustudieren um nicht stehen zu bleiben.

Irgendwann wurde der Gedanke geboren, dass wir uns musikalische noch eine zweite Schiene aufbauen sollten. Auch hier stellte Wolfgang Klöppinger zusammen mit Volker Scholl die Weichen dazu. Es wurden Spielerversammlungen abgehalten und gemeinsam wurde entschieden, dass wir nun auch Unterhaltungsmusik spielen, um Auftritte wahrnehmen zu können, bei denen wir zur Unterhaltung spielen. Wieder gab es viele Zweifel von Spielerseite ob man denn im Sitzen spielen kann? Es folgten viele Proben und im Jahr 2006 ging es dann langsam mit den ersten Auftritten los. Zuerst noch in der roten Uniformhose und rotem Polohemd.

Es war anfangs für die Spieler ungewohnt und jeder war bei jedem Auftritt sehr nervös und hatte Angst nicht durchzuhalten. Auch hier wurde Volker Scholl nicht müde seine Leute zu motivieren und alle bei Laune zu halten und so wurden die Auftritte immer wieder gemeistert. Der Applaus des Publikums und die lobenden Worte der Veranstalter zeigten uns aber auch, Alles richtig gemacht zu haben.

Wolfgang Klöppinger gefiel zu diesen Auftritten irgendwann das Outfit seiner Mannschaft nicht mehr und im Jahr 2009 wurde eine weitere Uniform angeschafft. Zu öffentlichen Veranstaltungen bei denen zur Unterhaltung gespielt wird, sind wir jetzt in weißem Hemd, roter Weste und schwarzer Hose zu sehen.

Leider gibt es nicht immer nur positive Ereignisse in einem Verein. Ende 2009 fiel Wolfgang Klöppinger für einige Monate krankheitsbedingt aus. Zu diesem Zeitpunkt ein sehr schwerer Schlag für den Musikzug, da er das Geschehen in und um dem Musikzug seit vielen Jahren vollkommen alleine leitete. Gemeinsam entschieden die Spieler auf jeden Fall weiter machen zu wollen. Die musikalische Leitung lag weiterhin ganz klar in den Händen von Volker Scholl, aber auch die organisatorische Leitung musste geklärt werden. Hier traten dann Matthias Rosenbach und Sandra Schwarz in den Vordergrund. Immer in Gesprächen mit Wolfgang Klöppinger begannen die beiden sich immer mehr einzuarbeiten.

Glücklicherweise konnte Wolfgang Klöppinger aber im Sommer 2010 wieder zurückkommen und das Ruder wieder in die Hand nehmen. Ab hier war aber klar, dass er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ewig weitermachen wird, und so legte er dann nach 33 Jahren im Juni 2011 sein Amt nieder.

Nach langen Gesprächen wurde dann entschieden, dass Matthias Rosenbach (seit 1981 aktiv) und Sandra Schwarz (seit 1989 im Musikzug) gemeinsam die organisatorische Leitung übernehmen und in die Fußstapfen von Wolfgang Klöppinger treten würden. Die musikalische Leitung bleibt weiterhin bei Volker Scholl.

 

Wir als Musikzug bedanken uns bei Wolfgang Klöppinger für sein jahrelanges persönliches Engagement und wünschen ihm gesundheitlich alles, alles Gute.